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Die Bischofsportraits und Slawomir Elsner

Ausstellung des neuen Bischofporträts von Landesbischof i.R. Jochen Bohl in der Fortsetzung der Galerie der Ersten Geistlichen der sächsischen Landeskirche. Beispielhaft werden weitere Arbeiten des Künstlers in unterschiedlichen Techniken gezeigt.

Die Tradition der Bischofporträts

Seit 1591 werden die Ersten Geistlichen der Ev. Luth. Landeskirche Sachsens porträtiert. Diese Porträtgalerie befand sich über Jahrhunderte in der Sophienkirche am Postplatz und hat in den Kellergängen dieser Kirche den Bombenangriff vom 13./14. Februar 1945 überstanden.

Immer wieder wurden für diese besondere Aufgabe bedeutende zeitgenössische Künstler beauftragt, so dass die Galerie nicht nur eine historische, sondern auch eine kunstgeschichtliche Komponente aufweist.  So dient gerade heute ein Porträt nicht vordergründig einer dokumentarisierenden Abbildung, sondern drückt die Persönlichkeit durchaus in Verbindung mit deren Tätigkeit oder Bedeutung aus.

Slawomir Elsner

Der 1976 in Oberschlesien geborene und in Berlin lebende Künstler Slawomir Elsner ist international bekannt für seine naturalistische Malerei und seine abstrakten Aquarelle, vor allem aber ist er berühmt für seine virtuosen farbigen Zeichnungen. Seine Technik darin ist so faszinierend wie einmalig. Das hier gezeigte Hauptwerk des Künstlers ist ein Porträt von Landesbischof i.R. Jochen Bohl, der von 2004 bis 2015 Landesbischof in der Ev. Luth. Landeskirche Sachsens war. Es ist in der Technik der Farbstiftzeichnung entstanden, die Slawomir Elsner schöpferisch innovativ so anwendet, dass daraus Gemälde entstehen. Typische weitere Arbeiten von ihm in dieser Technik sind die außergewöhnlichen, verwirrend unscharf wirkenden, aber scharf mit Farbstiften gezeichneten Adaptionen von berühmten Bildern der Kunstgeschichte. Ergänzend sind große Aquarelle von ihm zu sehen. Bis zu einhundert monochrome Schichten trägt der Künstler dabei auf. Das Einzige, das er dabei steuert, ist der zeitliche Abstand zwischen dem Auftragen der Schichten und das Verhältnis zwischen Wasser und Farbe: "Der Rest passiert von ganz allein. Die Strukturen entstehen nicht, weil ich sie male, sondern weil die Farben und das Papier eine Verbindung miteinander eingehen."

Viele Institutionen laden den Künstler zur Auseinandersetzung mit Werken der eigenen Sammlungen ein, zuletzt die Pinakothek der Moderne in München oder die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Slawomir Elsner wird vertreten von der Galerie Gebr. Lehmann, Dresden.