• Foto Dreikönigskirche

Ausbruch aus der Sucht


EINE AUSSTELLUNG VON WEITERDENKEN, DER HEINRICH-BÖLL-STIFTUNG SACHSEN

16. April bis 3. Juni

Öffnungszeiten:
Mo bis Fr 9 bis 18 Uhr
Sa 11 bis 17 Uhr
Von Karfreitag bis Ostermontag, am 1. Mai und 30. Mai geschlossen

Der finnische Fotograf Veikko Kähkönen hat zusammen mit der Justizvollzugsanstalt Zeithain in Sachsen und mit Gefangenen ein Fotografie-Projekt entwickelt. Darin treffen Welten aufeinander, die nicht nur im Hinblick auf die geografische und kulturelle Herkunft gegensätzlicher kaum sein könnten. Sie verdeutlichen, in welchem Spannungsfeld sich nicht nur Gefangene, sondern mit ihnen das gesamte System des Strafens und des Strafvollzuges innerhalb der Gesellschaft bewegt.

In Kooperation mit Weiterdenken, der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen

Das Gefängnis als Bühne und Panoptikum

Das Gefängnis ist eine Bühne - in Deutschland, in Finnland, überall auf der Welt. Es wird schnell deutlich, warum der Gang eines Gefägnistraktes in der deutschen Knast-Sprache als "Piste" bezeichnet wird, der Zellengenosse als "Budenspanner". Die Intensität des Beobachtens und Beobachtetwerdens in einer totalen Institution wie dem Gefängnis ist ungleich höher, als es im menschlichen Alltag - am Arbeitsplatz oder im Supermarkt - der Fall ist. Wenn also Menschen im Gefängnis - Gefangene, Gefängnismitarbeiter und Besucher - die Gänge und Höfe passieren, spielen sie ihre spezifischen Rollen. Vielleicht ist die besondere Form, Menschen in einem Gefängnis zu betrachten und zu beobachten der Grund, weshalb Kunst und Literatur schon immer eine Affinität für das Sujet des Gefängnisses und des Gefangenen hatten. Sie haben Bilder von ikonenhaften Gefangenen geschaffen. Es sind solche Archetypen, die viele Menschen außerhalb des Strafvollzugs im Kopf haben, wenn sie über das Thema nachdenken und die im Unbewussten ihre Vorstellungs- und Handlungsmuster und ihren Zugang zu diesem Thema prägen.
Von Anfang an war es das gemeinsame Ziel, die entstandenen Arbeiten im Beisein der (ehemaligen) Gefangenen einer größeren Öffentlichkeit im Rahmen von Ausstellungen zu präsentieren. Sie sollen neue Bilder und Gedanken davon vermitteln, in welchem Spannungsfeld sich nicht nur Gefangene, sondern mit ihnen das gesamte System des Strafens und des Strafvollzugs innerhalb der Gesellschaft bewegt.

Der Zwerg in mir

Das deutsche Märchen von Schneewittchen und den sieben Zwergen bot auf gemeinsamen Wunsch der acht mitwirkenden Gefangenen den Hintergrund für die künstlerische und kunsttherapeutische Reflexion. Dabei sollte der eigene innere Zwerg im Kontrast zu den herrschenden Klischee-Bildern über Gefangene Mittelpunkt der Betrachtungen sein. Bilder vom inneren Zwerg, der den Einzelnen zu den dunklen Punkten seiner Vita führt. Und Bilder vom inneren Zwerg in jedem von uns, der keine andere Antwort auf diese dunklen Punkte hat, als zu strafen.