Auf Augenhöhe

Themenfestival vom 3. bis 19. September

Es ist gerade mal etwas mehr als 100 Jahre her, dass Frauen in Deutschland das Wahlrecht erhielten. Damals entstand eine Frauenbewegung mit gemeinsamen Zielen. Nach dem Krieg entwickelte sich die Situation von Frauen in Ost und West jedoch unterschiedlich, was bis heute in der Prägung bzw. im Rollenverständnis vieler Frauen nachwirkt: In Westdeutschland galt bis 1957 der „Gehorsamsparagraph“ des BGB, der dem Mann in einer Ehe das Recht zur Entscheidung aller das gemeinschaftliche eheliche Leben betreffenden Angelegenheiten zusprach – und dies, obwohl die Gleichberechtigung von Mann und Frau seit 1949 im Grundgesetz verankert war. Bis Ende der 60er Jahre mussten Frauen also ihren Mann um Erlaubnis bitten, wenn sie arbeiten wollten, Männer konnten das Geld verwalten und auch maßgeblich die Erziehung der Kinder bestimmen. In der DDR hingegen wurde die Arbeitskraft der Frauen gebraucht und ihre Emanzipation ideologisch gefördert. Familie und Arbeit unter einen Hut zu bringen, war gesellschaftliche Norm und bestimmte das Selbstverständnis vieler Frauen.

Auch wenn die gesetzliche Bevormundung abgeschafft ist, wirken beide Traditionslinien noch heute nach. Das Meinungsspektrum über die Rolle der Frau ist groß. Welche überlieferten Vorstellungen halten sich bis heute, und wo konnten sich emanzipatorische Bewegungen gesellschaftlich etablieren? Welche Fragen bewegen Frauen heute hinsichtlich der Gleichberechtigung in Beruf, Familie und Politik? Welche Bedürfnisse gibt es, und wo treten Ungerechtigkeiten zutage? In welchen Bereichen solidarisieren sich Frauen, um gemeinsam stark zu sein? Und welche Debatten um Geschlechterzuschreibungen führen sie heute ─ auch in der Kirche, als Theologinnen? Gemeinsam mit unserem Kooperationspartner, der Frauenarbeit der EVLKS werden wir solchen Fragen auf den Grund gehen – beim neuen Themenfestival "Auf Augenhöhe".
Zu Gast sind: die in der DDR als "Frauen für den Frieden" bekannt gewordenen Autorinnen Almuth Ilsen und Ruth Leiserowitz, die Poetry-Slammerin Verena Rieger, die Theologin Dr. Angelika Engelmann, die Spiegel-Bestseller-Autorin Rebekka Endler, die Dresdner Therapeutin und Publizistin Astrid von Friesen und die Dresdner Pfarrerin Gisela Merkel-Manzer.

Die Termine im Überblick:

FR 3.9. | 19 Uhr
SEID DOCH LAUT - DIE FRAUEN FÜR DEN FRIEDEN IN OSTEBERLIN
Lesung mit
Almuth Ilsen und Ruth Leiserowitz, Herausgeberinnen des gleichnamigen Buches
Moderation: Astrid Withulz

DO 9.9. | 19 Uhr
WIE DIE DINGE ZU UNS PASSEN
Gesprächsabend mit
Rebekka Endler, Journalistin, Podcasterin und Autorin des Buches „Das Patriachat der Dinge“ (Köln, 2021)
Astrid von Friesen, Pädagogin, Therapeutin und Publizistin (Dresden)

DO 16.9. | 19 Uhr
JESU JÜNGERINNEN - DAMALS UND HEUTE
Gesprächsabend mit
Veronika Rieger, Autorin, Aktivistin und angehende evangelische Pfarrerin
Dr. Angelika Engelmann, Theologin & Gründerin des Arbeitskreises Feministische Theologie in der DDR

SO 19.9. | 19 Uhr
ALLES GOTTGEWOLLT?
Spielfilm, Schweiz (2016), 92 Minuten
Im Anschluss Filmgespräch
mit Pfarrerin Gisela Merkel-Manzer
Veranstaltungen der nichtgewerblichen Filmarbeit unterliegen einem Werbeverbot. Der Original-Filmtitel kann telefonisch erfragt werden.

Der Eintritt ist frei - Eine Anmeldung ist erforderlich.


Kooperationspartner: